Zaun

Feldstation Remderoda

der AG Kleinsäugerökologie
Zaun
Foto: Stefan Halle
Überblick Feldstation Foto: Stefan Halle

Die Feldstation liegt rund 5 km vom Stadtzentrum entfernt auf der Hochebene und dient als Basis für eine Reihe von experimentellen Freilandarbeiten. Kernstück der in Jena auch als ”Mäusefarm” bekannten Anlage sind die 6 Mäusegehege (je 50 x 50 m), die seit dem Jahr 2000 in Betrieb sind. Die Gehege können über Tore in unterschiedlichen Kombinationen (6 x 1, 3 x 2, 2 x 3, 1 x 6) miteinander verbunden werden. Damit ist eine variable Anpassung an die jeweiligen Erfordernisse der Versuche möglich, so dass die Anlage als ein großes Freilandlabor gesehen werden kann.

Die Gesamtanlage ist von einem 2 m hohen Maschendrahtzaun umgeben, um Raubsäuger (insbesondere Wiesel/Mauswiesel, aber auch Katzen und Füchse) auszuschließen. Nach oben ist die Anlage offen, so dass Flugräuber (Taggreife und Eulen) in den Gehegen Beute machen können. Dies ist auch erwünscht, damit das natürliche Feindvermeidungsverhalten der Mäuse erhalten bleibt. Durch spezielle Installationen wird allerdings verhindert, dass die Raubvögel mit einer einfachen Ansitzjagd zu einem übermäßig hohen Erfolg kommen.

 

Feldmaus (Micotus arvalis) Feldmaus (Micotus arvalis) Foto: Stefan Halle

Als Versuchsart wird die Feldmaus (Micotus arvalis) verwendet. Die Biologie dieser Wühlmaus ist bestens bekannt, sie ist leicht zu halten und sehr gut fängig. Damit ist sie eine ideale Modellart für experimentelle Ansätze. Die angesäte Wiesenvegetation, die in den 6 Gehegen mit pflegerischen Maßnahmen weitgehend identisch gehalten wird, stellt den natürlichen Lebensraum der Art dar und bietet sowohl Nahrung als auch Deckung. Die Gehege sind groß genug um jeweils eine eigenständige Population mit weitgehend natürlichen Sozialstrukturen zu erhalten. Die Populationen werden so gemanagt, dass die saisonale Dichteentwicklung den natürlichen Verhältnissen entspricht. Die Wiesenvegetation lässt sich darüber hinaus mit dem Rasenmäher sehr einfach manipulieren, um beispielsweise Korridore anzulegen oder das Habitat zu fragmentieren.

Im Laufe der Jahre sind größere Versuchsblöcke zum Dispersalverhalten, zur Räuber/Beute-Beziehung sowie zu Fragen der Landschaftsökologie durchgeführt worden. Kennzeichnend sind stets die Verbindung von Populationsdynamik und räumlich/zeitlichem Verhalten sowie die Frage, wie diese durch äußere Einflüsse verändert werden. Es handelt sich bei den Studien in Remderoda also um Experimente auf der Ebene von Populationen, die der natürlichen Situation im Freiland so weit wie irgend möglich entsprechen, dabei aber deutlich besser kontrollierbar sind und durch die mehrfachen Ansätze auch statistisch testbare Daten liefern.

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