Savanne in Burkina Faso

Savannen-Ökologie

Savanne in Burkina Faso
Foto: Markus Bernhardt-Römermann

In Westafrika stehen die Auswirkungen von Landnutzungsintensivierung und Klimawandel auf die Zusammensetzung und Diversität von Savannenökosystemen im Vordergrund. Die Erhaltung einer heterogenen Vegetationsstruktur und einer hohen Biodiversität ist von be­sonderer Bedeutung für die Bevölkerung, da das Ökosystem Savanne in verschiedenster Weise genutzt wird. Die wichtigsten Nutzungen sind Ackerbau, Weide, die Aufsammlung von non-timber forest products (NTFP) und Holznutzung. Die traditionelle ackerbauliche Nutzung erfolgt in Form von Wanderfeldbau, dadurch entsteht ein Mosaik von Feldern und Brachen unterschiedlichen Alters. Augenblicklich ist in weiten Teilen der Sudan- und Sub-Sahelzone ein Landnutzungswandel von traditioneller extensiver Bewirtschaftung hin zu intensiver Landwirtschaft unter Einsatz von Mineraldünger zu beobachten.

Im Rahmen von Kooperationen mit der Goethe-Universität Frankfurt a.M. und der Universität Ouagadougou (Burkina Faso) schauen wir uns insbesonder Fragen zu den folgenden Bereichen an:

  • Welchen Einfluss haben (auch in Abhängigkeit vom Vegetationstyp) Nationalparke, aber auch traditionell genutzte Regionen auf die Biodiversität?
  • Welchen Einfluss haben Landnutzung und Klima in verschieden Habitaten auf die funktionellen Anpassungen der holzigen und krautigen Savannenvegetation? 
  • Welchen Einfluss hat die Landnutzung auf die Etablierung und Verjüngung der Gehölzvegetation? Beeinflussen artspezifische Effekte die Baum- und Strauchvielfalt?
  • Innerhalb eines Savannentyps sind kleinräumige Hetero­genitäten von be­sonderer Bedeutung um die Etablierung von holzigen Savannenarten zu verstehen. Welchen Einfluss haben Termitenhügel auf die Pflanzenartenvielfalt der Savannenökosysteme? Unterschieden sich diese in Abhängigkeit vom Klima?

Reaktionen der krautigen Savannenvegetation auf Landnutzung in verschieden Habitaten: Untersuchungen entlang eines Klimagradienten in Westafrika

Erstaunlich ist, dass Studien in Savannenökosystemen nahezu ausschließlich Gehölze betrachten, obwohl krautige Arten 75-90% der Biomasse ausmachen. Da wir annehmen, dass die Vegetation je nach Klima und Habitat unterschiedlich auf die Landnutzung reagiert, untersuchen wir vier Habitattypen, zwei Landnutzungsarten (ungenutzte vs. genutzte Standorte) in sieben Gebieten, die einen klimatischen Gradienten vom Sahel bis zum Sudan repräsentieren. Primäres Ziel ist den Einfluss von Klima, Habitat und Landnutzung auf die Artenzusammensetzung und -vielfalt zu erkennen. 

Erste Ergebnisse zeigen eine Abhängigkeit der Vegetationszusammensetzung und Diversität von Klima, Landnutzung, Habitattyp und verwandten Bodenparametern. Wir konnten die Wichtigkeit von Interaktionen zwischen diesen Faktoren herausarbeiten. Mit Hilfe eines funktionelen Merkmalansatzes wurden allgemeine Muster der Vegetationsanpassung an Unterschiede in den oben genannten Umweltfaktoren identifiziert. Es ist wichtig, zwischen funktionellen Gruppen (wie Gräser vs. Bäume vs. Kräuter vs. Fabaceae; Einjährige vs. Mehrjährige) zu unterscheiden, da diese auf denselben Umweltfaktor unterschiedlich reagieren können.

Projektbearbeiter: Desiree Jakubka

Kooperationen: Goethe-Universität Frankfurt a.M., Universität Ouagadougou (Burkina Faso)